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Weihnachten und Führung?!

Impuls vom 18.12.2025, Franz Arnold

Ist Führung zu Weihnachten ein Thema? Ich meine: Ja – es ist ein Thema: Wir feiern jährlich dieses große Fest des Lichtes, um an einen hoffnungsfrohen Neubeginn zu erinnern. Es ist das Fest für die Hoffnung auf ein unbeschwertes, angstfreies, liebevolles Menschsein. Und wir nehmen dieses Fest zum Anlass, uns etwas zu wünschen und zu beschenken.

In der Führungswelt haben wir eine Zeit der Achtlosigkeit, des Desinteresses und des Verschwindens der Hoffnung. Zu Beginn meines Berufslebens in den sechziger Jahren habe ich mich für die psychologische Unternehmensberatung entschieden, um für eine menschen-würdigere und aktivere Führung einzutreten. Heute erscheint mir das wichtiger als damals.

Der Führungsalltag ist in vielen Fällen von Routine geprägt. Situatives und Individuelles haben wenig Raum. Formalisierte Verfahren ersetzen echte Kommunikation. Es findet wenig persönliche Wahrnehmung statt. Begleitung auf dem individuellen Entwicklungsweg ist die Ausnahme. Es fehlt die Hoffnung, dass menschliche Zuwendung etwas bewirken könnte.

Führung bedeutet im Kern, Menschen mit ihrer Fähigkeit, mit ihren Sorgen, mit ihren Ängsten, mit ihren Hoffnungen und nicht zuletzt mit ihren Potenzialen wahrzunehmen, ihnen Ziele aufzuzeigen und sie auf diesem Weg zu begleiten. Das ist ein zutiefst menschliches Handeln, das den Geführten das Leben erleichtert und sie bereichert.

Dazu müssen wir an Entwicklung glauben. Wenn wir individuelle Entwicklung als Weg des Lebens wahrnehmen, dann liegt es nahe, Entwicklung zu ermöglichen und zu unterstützen. Es ist die Aufgabe der Führung, Entwicklung zu begleiten: Von der Verbesserung einzelner Vorgehensweisen bis zur Erreichung großer Ziele im Berufsleben.

Ich wünsche mir, dass die Führungskräfte ihre Mitarbeiter als Menschen auf einem Entwicklungsweg wahrnehmen. Wenn wir erkennen, dass jemand auf seinem Weg unsicher oder unklug unterwegs ist, wenn wir die Zweifel an sich selbst spüren, dann sind Ermutigung und Wegweisung gefragt. Solche aufmerksam begleitende Führung brauchen die meisten.

Und wir dürfen hoffen. Wenn Menschen Zuwendung, Begleitung und Unterstützung erfahren, blühen sie auf. Sie entwickeln und verändern sich und es werden unerwartete Leistungen möglich. Aus Mitarbeitern können Selbstarbeiter werden. In einer aufgeklärten, offenen und freien Gesellschaft sollten Selbstarbeiter der Normalfall werden.

Ich wünsche mir zu diesem Weihnachtsfest, dass mehr Führungskräfte die Chancen aktiver und guter Führung wahrnehmen. Ich habe die Hoffnung, dass durch intensivere und bessere Führungsarbeit das Arbeiten produktiver und exzellent wird, und dass die Zusammenarbeit dynamischer wird, so dass die Leistung der Unternehmen wettbewerbsfähiger wird.

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