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Führung komplexer betrachten

Impuls vom 15.07.2025, Franz Arnold, LinkedIn

In der FAZ wird am 14.07.2025 über eine Studie von Forschern der Columbia University in Manhatten berichtet. Danach bewerten Menschen mit einem am Wettbewerb orientierten Weltbild autoritäre Führungskräfte besser als Menschen, die selbst sehr kooperativ sind. Dazu wurden Experimente mit mehr als 2.000 Teilnehmern gemacht.

Das Ergebnis der Untersuchung überrascht nicht. Man kann sich gut vorstellen, dass bei der Bewertung von Führungskräften deren Nähe oder Ferne zur eigenen Mentalität eine große Rolle spielt. Mich beschäftigt dem gegenüber der Punkt, was als berichtenswert betrachtet wird. Helfen solche Feststellungen zum Verständnis von Führung?

In meinen Augen wird damit ein sehr komplexes Geschehen auf Äußerliches und auf enge Teilaspekte reduziert. Angesichts der Bedeutung des Themas Führung ist das sehr bedenklich. In der Arbeitswelt haben alle mit Führung zu tun und 10 – 15 % der Beschäftigen nehmen Führungsaufgaben wahr. Das legt nahe, genauer hinzusehen.

Wenn man dem Phänomen Führung gerecht werden will, dann muss man alle wesentlichen Aspekte und Einflüsse berücksichtigen. Zunächst ist Führung eine zwischenmenschliche Beziehung mit der Dynamik und der Veränderlichkeit, die wir dabei immer erleben. Vereinfachungen schaden, wenn man sich mit diesem sozialen Aspekt beschäftigt.

Dazu kommen die vielfältigen Interessen des Unternehmens auf der einen und der Beschäftigten auf der anderen Seite. Diese Interessen reichen von existenziellen Erfordernissen (Wirtschaftlichkeit hier, Einkommen da) bis hin zu temporären Wünschen und beliebigen Vorlieben. Sie in Einklang zu bringen, ist ein kleines Wunderwerk.

Schließlich soll Führung das Funktionieren der Organisation, reibungsloses Zusammenwirken und gute Ergebnisse der Arbeit gewährleisten. Das schafft Zwänge und das macht Druck. Die Zusammenarbeit mit den Beschäftigten ist dadurch täglich eine neue Herausforderung – wenn sich die Führungskraft diesen Anforderungen stellt.

Die simplifizierende Beschäftigung mit Führung hilft niemand. Sie schadet, weil sie den Blick vom Wesentlichen ablenkt. Führung sollte komplexer betrachtet werden, um der widerborstigen Wirklichkeit gerecht zu werden. Dadurch gibt es die Chance, Führung zu entwickeln und zu verbessern. An mehr und besserer Führung fehlt es heute allenthalben.

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