Was Führungskräfte unter Nachsorge verstehen…

Laut DGVU hat die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle im Jahr 2017 mit 223 zugenommen und die der meldepflichtigen Arbeitsunfälle mit 433.037 abgenommen. Was haben diese Informationen mit Führung zu tun?

Neben präventiven Maßnahmen zur Unfallverhütung, hat eine Führungskraft auch eine wichtige Aufgabe in der Nachsorge. In vielen Unternehmen fehlt es jedoch an klaren Absprachen im Umgang mit verunfallten Mitarbeitern, deren Familien und Kollegen. Eine allgemeine Verunsicherung ist die Folge.

Es zeigt sich, dass Führungskräfte in dieser Situation oft nach „Bauchgefühl“ handeln. Eine Mitarbeiterin berichtet, dass ihr nach einem Unfall von der Führungskraft geraten wurde, am nächsten Tag wieder zur Arbeit zu kommen. Die Überzeugung war „Arbeit ist die beste Medizin“. Nach einem halben Jahr folgte ein psychischer Zusammenbruch. Die Diagnose: posttraumatische Belastungsstörung.

Leider handelt es sich hier nicht um einen Einzelfall. Dabei werden Führungskräfte gerade nach Arbeitsunfällen von den betroffenen Mitarbeitern und auch Kollegen genau beobachtet. Wie verhält sich mein Vorgesetzter in einer solchen Situation? Unsicherheit und Unwissenheit von Führungskräften stellt in diesen schwierigen und angespannten Situationen oft eine zusätzliche Belastung dar.

Führungskräfte sind gerade nach Arbeitsunfällen aufgefordert, mit einer professionellen Vorgehensweise positiv in den Prozess eingreifen. Führung leistet damit einen nicht unwesentlichen Beitrag zur psychischen Stabilisierung eines verunfallten Mitarbeiter.