Vernachlässigte Werte: LOYALITÄT

Blogbeitrag vom 03. März 2021

In meinem letzten Beitrag habe ich den Wert Disziplin näher betrachtet. Heute richte ich meine Aufmerksamkeit auf Loyalität: ebenfalls ein ehemals sehr geschätzter Wert, heute besitzt er den faden Beigeschmack von Anspruchshaltung und Hierarchiedenken. Oder?

Loyalität bedeutet uneingeschränkter Respekt vor einer Instanz z.B einer Vision – diese Instanz zu schützen und zu verteidigen, auch wenn sie nicht deckungsgleich mit den eigenen Werten agiert. Voraussetzung dafür ist Freiwilligkeit.

Loyalität ist die Vereinbarung ein verlässlicher Partner auf dem Weg zu einem gemeinsam definierten Ziel zu sein. In Zeiten in denen Wandel und Unsicherheit dominieren, gewinnt solch ein Partner an neuem Wert.

Ein Antonym zu Loyalität ist Idealismus: frei und kompromisslos den individuellen Zielen folgen. Das ist ein kraftvoller Wert! Wer möchte kein Mensch mit Idealen sein?

Beides ist möglich: Sich klar und eindeutig auf eine Vision oder ein Ziel festzulegen, dieses gegen Hindernisse und Widerstände zu verteidigen wie auch gleichzeitig Raum für Idealismus, Raum für Kompromisslosigkeit zu schaffen.

Eine Aufgabe für Führungskräfte ist, Mitarbeitende von der Mission, der Vision, den Zielen des Unternehmens zu überzeugen, sodass sie loyal zu ihnen stehen und gleichzeitig Freiräume für das Ausleben individueller Ideale zu schaffen.

Diese Kombination schafft nachhaltig sowohl Stabilität als auch Raum für Kreativität!

Meine Meinung zu diesem Artikel:

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2 Kommentare
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    Richard Krogmann sagte:

    Hallo Frau Felder,
    Disziplin und auch Loyalität sich m.E. nach wie vor wichtige Verhaltensweisen und Grundsätze der Zusammenarbeit, die auf Vertrauen und gemeinsamen Zielen sowie Charaktereigenschaften wie z.B. Verlässlichkeit beruhen.
    Entscheidend ist aber die Beantwortung der Frage, wann die Grenze zwischen Loyalität und Illoyalität erreicht ist bzw. wodurch und wann die Loyalitätsgrenze überschritten ist, auch die Frage, ob und wann jemandem Illoyalität unterstellt werden kann.
    Es geht um die Verfolgung gemeinsamen Werte. Wer feststellt, dass bisher als gemeinsam erachtete Werte zu einem bestimmten Zeitpunkt als nicht mehr gemeinsam getragenen Werte, Ziele und Visionen betrachtet werden können kommt schnell zu der Frage der aufrichtigen Haltung, sich dann auch gegen eine bestimmte Vision oder eine Phlosophie entscheiden zu müssen, z.B. gegen eine Firmenphilosophie. Bei Metallwarenherstellern wäre das z.B. der Fall, wenn plötzlich Waffen hergestellt werden sollen oder die Firmenphilosophie gegen Nachhaltigkeitsprinzipien verstößt. Es gibt ein Recht des Widerstands. Loyalität und Illoyalität sind ein schmaler Grat, (Werte-) Kriterien zur Klärung müssen ständig justiert werden.

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      Magdalena Felder sagte:

      Hallo Herr Krogmann,
      vielen Dank für Ihren Kommentar! Sie haben völlig recht es handelt sich um einen dynamischen Prozess, der immer wieder aufs Neue geklärt und justiert werden sollte. Sowohl menschliche Werte als auch Unternehmensziele und Visionen verändern zuweilen ihre Gewichtung, das kann wiederum großen Einfluss auf das vereinbarte Commitment bzw. die Loyalitätsfrage haben. Aus meiner Sicht bedarf es guter Kommunikation, um den Verlauf der von Ihnen benannten Grenze einschätzen zu können. Diese Art der Reflexion von Gemeinsamkeiten und Unterschieden führt zu einem Diskurs der sehr fruchtbar ist, auch wenn das Ergebnis sein kann, dass die Unterschiede überwiegen und eine Trennung die Folge ist. Die regelmäßige Kommunikation und Reflektion kann, auch wenn sich Ziele und Werte auseinander bewegen, für beide Parteien hilfreiches Handeln ermöglichen.

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