Führung – Verantwortlich für Langeweile am Arbeitsplatz?

In verschiedenen Untersuchungen in 2015, die wir im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung psychische Gesundheit durchgeführt haben, klagten Mitarbeiter über Langeweile am Arbeitsplatz.

Stress nicht durch Arbeitsdichte und Zeitdruck, sondern durch Unterforderung. Die Lösung: es wird gewartet; auf den Einsatz, die Störung der Anlage, die Mittagspause, das Ende der Schicht…

Warten jedoch verhindert Entwicklung in Unternehmen: die Älteren warten auf die Rente, die Jüngeren warten darauf, dass die Älteren in Rente gehen. Entwicklungen werden auf die Zeit „danach“ verschoben.

Die Empfehlung aus einer Untersuchung zur Gefährdungsbelastung psychische Gesundheit 2015:

Nach der Betrachtung der größten Fehlbelastungsfaktoren werden zwei wichtige Ansatzpunkte deutlich: Es muss gelingen, eine höhere Identifikation mit den hauptsächlich durchgeführten Tätigkeiten zu erreichen, damit die Arbeitszufriedenheit gesteigert werden kann. Mitarbeiter und auch aktuellen Führungskräfte müssen zur Übernahme von mehr Eigenverantwortung befähigt werden.

Nun haben die Unternehmen eine andere Lösung gefunden. Die Süddeutsche (23.7.2016) berichtet unter dem Titel „Motivationsstrategie Spielen ist die halbe Arbeit“, dass Unternehmen in Amerika im Zuge der Digitalisierung eintönige Arbeit durch virtuelle Animation aufpeppen. Wissenschaftliche Untersuchungen sollen den Erfolg der „Gamifikation“ bereits belegt haben. Frei nach Kierkegaard, nach dem die Langeweile die Wurzel allen Übels ist, ist der Mensch ein Wesen, das unterhalten werden muss. Führungsaufgabe der Zukunft: mehr Events gegen eine Verflachung des Arbeitsalltags?