Führung bekommt immer noch schlechte Noten

Eine aktuelle Studie einer Krankenkasse vom 12.09.2016 zeigt erneut, wie stark der Einfluss der Führung auf die Gesundheit der Mitarbeiter ist.

Das Ergebnis: schlechte Führung = schlechte Unternehmenskultur = hoher Krankenstand. Zu wenig Eigenverantwortung, Führung durch Druck und Kontrolle gelten als maßgebliche Verursacher von Unzufriedenheit der Mitarbeiter.

Dass Führungskräfte einen erheblichen Einfluss auf die Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeiter haben, ist unbestritten. Führung ist eine anspruchsvolle Aufgabe und da braucht es Könner. Durch die Digitalisierung wird diese Aufgabe nicht einfacher. Führungskräfte klagen häufig darüber, dass sie führen wollen, aber in entscheidenden Fragen keinen Einfluss haben. Sie fühlen sich „Ferngesteuert“.

Maßnahmen zur Verbesserung der betrieblichen Gesundheit können daher nur dann erfolgreich sein, wenn sie neben dem Verhalten von Mitarbeitern und Führungskräften auch an den Verhältnissen ansetzen. Ohne grundlegende Veränderungen im Arbeitsumfeld und der Arbeitsorganisation kann Führung, gerade in der mittleren Führungsebene, oft wenig ausrichten. Ein Beispiel: Es fehlen in vielen Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle für die unterschiedlichen Lebensphasen. Die Schichttauglichkeit und die Belastbarkeit nehmen spätestens ab 55 Jahren immer weiter ab. Führungskräfte sehen die Problematik können aber kaum Lösungen anbieten.

Es sollte der Frage nachgegangen werden, welche Arbeitsorganisation und Arbeitsumfeld, neben der Führung, dazu beitragen kann, psychische Gesundheit zu erhalten.